Roitzsch wurde vor 950 Jahren erstmalig urkundlich erwähnt. Bischof Benno von Meißen beurkundete im Jahr 1071 unter gewis- sen Bedingungen eine Schenkung des sorbischen Edlen Bor samt seiner beiden Söhne an die Kirche. Es handelte sich dabei um fünf Dörfer im Burgward Woz. Darunter war Grodice unser heutiges Roitzsch und auch Cozebude (Cossebaude).

Der Ortsname Grodice ist slawischen Ursprungs und nimmt Bezug auf die Art der Siedlung in Bedeutung von Burg, Schanze (Burgstädtel). Aus dem slawischen Normalrundling entwickelte sich ein Platzdorf mit waldhufenähnlicher Streifenflur, welches eine typische Form der deutschen Ostsiedlung des späten 12. Jahrhunderts ist.

Im Gegensatz zu Prof. Gerhard Billig vertritt Vincenz Kaiser (DNN vom 05.07.2004) die Meinung, dass Roitzsch in der Urkunde von 1071 nicht gemeint ist oder noch gar nicht existierte.
1922 wurde auf einem Feld zwischen Roitzsch und Unkersdorf ein Beil aus Hornblendschiefer gefunden. Es wurde der Kultur der Bandkeramiker (jüngere Steinzeit, 5000 .... 2500 v. Chr.) zugeord- net. Es befindet sich jetzt in Wilsdruffer Heimatmuseum.

Die Gemarkung Roitzsch nimmt eine Fläche von ca. 99,3 Hektar ein. Der Anteil landwirtschaftlich und gärtnerisch genutzter Flächen liegt bei etwa 82 ha. Der Ort liegt in einer Höhe von 280 bis 290 m ü. NN. Der Roitzscher Bach entsteht aus dem Abfluss des Roitzscher Dorfteiches. Nach 1250 m mündet er in den Zschonerbach. Im Un- terlauf folgt er einem bewaldeten Seitental des Zschonergrundes. Über viele Jahrhunderte war Roitzsch ein Bauerndorf. Jetzt gibt es hier keinen ansässigen Landwirt mehr. Zwischen 1834 und 1939 pendelte die Zahl der Einwohner etwa zwischen 50 und 80. Im Jahre 2016 waren es 37 Einwohner.

Roitzsch wurde 1578 nach Unkersdorf gepfarrt. Die Gemeinde gehört heute zum Ev.-Luth. Kirchengemeindebund Wilsdruff-Freital als Kirchgemeinde in den linkselbischen Tälern.
Die Zugehörigkeit zu Verwaltungen ergibt folgendes Bild:

1378                castrum Dresen (Burgbezirk)

1547 und 1590  Amt Dresden

1696 und 1784  Erb-Amt Meißen

1816                Erb-Amt Meißen links der Elbe

1843                Amt Meißen

1856                Gerichtsamt Wilsdruff

1875                Amtshauptmannschaft Meißen

1950 bis 1995   Landkreis Dresden

1996 bis 1998   Landkreis Meißen-Radebeul

1950                Eingemeindung nach Unkersdorf

1974                Eingemeindung mit Unkersdorf in die Gemeinde Gompitz

01.01.1999       Eingemeindung in die Landeshauptstadt Dresden

Die Zugehörigkeit des Dorfes zum Rittergut Scharfenberg bestätigen Belege aus den Jahren 1551, 1696 und 1764. Die Herren von Miltitz übten die Grundherrschaft noch bis ins 19. Jahrhundert über Roitzsch aus.

Nach 1990 wurden zahlreiche Gebäude (u. a. Vierseithöfe) in Roitzsch in die Liste der Kulturdenkmale aufgenommen.
Mit dem Bau der Bundesautobahn 17 ab August 1998 und der Freigabe des ersten Teilabschnittes am 08.10.2001 veränderte sich das Roitzscher Umfeld nachteilig.

In Roitzsch finden wir heute u. a. folgende Unternehmen

- Elektroinstallation Steffen Grafe

- Fensterbau Vetter GmbH

1906 beging in der Ortschaft Gompitz erstmals ein Ortsteil das Jubiläum seiner Ersterwähnung. Der Festakt in Roitzsch erfolgte im Freien mit Festreden, Salut des Schützenvereins, Posaunenchor und Freibier. Die Roitzscher (fast alle Einwohner) revanchierten sich 10 Jahre später beim Festumzug 800 Jahre Gompitz mit einem würdigen Auftritt.

Die Ortsgruppe Gompitz des Landesvereins Sächsischer Heimat- schutz gratuliert zum 950. Jubiläum dem kleinsten Dresdner Orts- teil und wünscht den Roitzschern von ganzem Herzen, dass sie hier als glückliche, tätige und stolze Bürger ihr Zuhause und ihre Heimat haben und sie das Ortstypische bewahren.

 

Beitrag von Harald Worms, Ortsgruppe Gompitz, Landesverein Sächsischer Heimatschutz e. V.

Aus: Ortsnachrichten Gompitz Altfranken Mobschatz Nr. 246/Juni 2021, Gompitzer Heimatseite S. 15/16

 
 

 

 
 
 
   
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