Unkersdorfer KircheUnkersdorf beging zu Pfingsten 2000 seine 650-Jahrfeier. Am 16. Februar 1350 bestätigte Kaiser Karl IV. dem Meißner Domkapitel u. a. seinen Besitz " in villa Vnkersdorf". Die Urkunde befindet sich im Sächsischen Hauptstaatsarchiv. In den verschollenen Meißner Bistumsmatrikeln vom Jahr 1346 soll "Unckersdorf", als zur "sedes Dresden" genannt worden sein.

 

Unkersdorf liegt im Wilsdruffer Land etwa mittig zwischen dem Bischofsweg (nach Meißen) und dem Zellischen Weg (nach Kloster Altzella) auf einer Höhe von knapp 300 m ü. NN.

Der Ortsname ist deutschen Ursprungs. Über die Jahrhunderte behielt er seine ursprüngliche Form. Als Dorf des Unco bzw. Unchart, Unkart war es ein ehemaliger Doppelrundling.

Im Heimatmuseum Wilsdruff wird ein Beil aus Hornblendschiefer aufbewahrt, welches 1922 auf einem ortsnahen Feld gefunden wurde. Der Fund stammt aus der Jungsteinzeit (5000 bis 2500 v. Christi).
Ortsschild
Zeitweise bestand eine grundherrschaftliche Zugehörigkeit von Unkersdorf zum Rittergut Scharfenberg (Geschlecht derer von Miltitz). Wechselnd waren die Verwaltungszugehörigkeiten nach Dresden (1378), Meißen und Wilsdruff. Anfangs existierte ein abhängiges Verhältnis zur Kirche in Briesnitz.

Schon im 14. Jahrhundert hatte Unkersdorf eine eigene Kirche. Steinbach und Roitzsch wurden bereits im 16. Jahrhundert nach Unkersdorf eingepfarrt. Seit 1931 ist die Unkersdorfer Kirche eine Filialkirche von Weistropp. Sie wurde im 16., 17. und 18. Jahrhundert oftmals umgebaut. Die Altarwand mit der Kanzel zeigt Rokoko-Formen. Die Kirchenbücher beginnen mit dem Jahr 1580. Sie sind wertvolle Dokumente der Geschichte. Im 30jährigen Krieg wurden sie entwendet, verunziert und auf dem Markt in Freiberg verkauft. Durch einen glücklichen Zufall kamen sie wieder zurück.

Einer der Soldaten schrieb in ein Kirchenbuch "ach Gott, laß mich ererben, ein ehrliches Leben und seliges Sterben".

Kriege ließen ihre Spuren im Dorf und an seinen Einwohnern zurück. Zu nennen sind die Schlacht bei Kesselsdorf 1745, der Siebenjährige Krieg, als das Pfarrhaus 1760 "Friedrich den Großen" beherbergte, und die Zeit der Besetzung des Ortes durch sowjetische Soldaten 1945.

Im Ergebnis des 2. Weltkrieges stieg die Einwohnerzahl Unkersdorfs auf 280, wozu die Aufnahme von Flüchtlingen und Vertriebenen aus den deutschen Ostgebieten und von Ausgebombten aus Dresden wesentlich beitrug.

 

Hauptstraße Die Einwohnerzahlen lagen 1834 bei 188, 1871 bei 202 und 1939 bei 192. Im Dezember 1998 hatte Unkersdorf 159 Einwohner.

Die Orte Steinbach und Roitzsch wurden 1950 nach Unkersdorf eingemeindet. Noch bis 1974 hatte Unkersdorf einen eigenen Bürgermeister. Im Jahr 1974 wurde Unkersdorf ein Ortsteil der Gemeinde Gompitz. Mit dieser wurde es am 01. Januar 1999 nach Dresden eingemeindet.

Unkersdorf hat bis heute seinen ländlichen Charakter bewahrt. Es bestehen mehrere stattliche Dreiseithöfe. Aber nur ein selbständiger Landwirt ist ansässig. Von diesem und der Agrargenossenschaft werden die umliegenden Felder bewirtschaftet. Mit der Wende wurde 1990 der Dorfkonsum ersatzlos geschlossen. Im Ort entstand als Gaststätte und Pension der Unkersdorfer Hof.

In den letzten Jahren sank das Durchschnittsalter der Einwohner des Ortes bei Zunahme der Einwohnerzahl. Es wurde viel gebaut und rekonstruiert.

Unkersdorf behauptet sich als ein kleines landschaftlich schön gelegenes Dorf unseres Sachsenlandes.

Harald Worms, Unkersdorf